Vom Schreiben


Beim Entstehen eines Buches gibt es mindestens drei verschiedene Wege, für welche ein Bookcoach unterschiedliche Aufgaben wahrnimmt:

  1. Ich will lehren und fasse mein Wissen, meine Erfahrungen, meine Weisheit in einem Buch zusammen. Das Buch dient als Wissensspeicher. Das Ziel ist die Bewahrung des Wissens und die Weitergabe an künftige Generationen.
  2. Ich möchte etwas über mich erfahren und schreibe auf verschiedene Weise auf, was mir adäquat erscheint. Je mehr ich aufschreibe, desto mehr erfahre ich über mich. Egal, worüber ich schreibe, ich schreibe über mich. Das Buch dient als Spiegel. Das Ziel ist Selbstverwirklichung durch Entäußerung. Solche Bücher sind die Lebensberichte, die Biographien, die Beichten, die Trivialromane
  3. Ich bin nur das Medium, durch welches sich ein Text schreibt. Mir bleibt nichts anderes übrig, als den Text aufzuschreiben. Auch wenn ich ursprünglich mit der Absicht des Wissensspeichers oder der Selbstverwirklichung an das Schreiben herangegangen bin. Während der Arbeit gerate ich in einen Flow, die Figuren beginnen ein Eigenleben. Das Buch ist Subjekt des Schreibprozesses. Mir bleibt nichts anderes übrig, als zu schreiben und oft bin ich selbst erstaunt, was da herausgekommen ist. Es gibt kein Ziel, nur ein Ergebnis. Die Regeln des Schreibens entstehen im Prozess des Schreibens selbst. Hier entstehen solche unvorhergesehenen Werke wie „Ulysses“ von James Joyce oder “Tristam Shandy” (The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman.) von Laurence Sterne.

Jeder dieser Wege benötigt eine andere Form der Unterstützung durch den Bookcoach:

  1. Die Herstellung eines Wissensspeichers verläuft von der Datensammlung über die Strukturierung des Stoffes zur jeweils besonders geeigneten Form der didaktischen Vermittlung. Manchmal bleibt das Buch auch in einem Stadium stecken, ist also nur eine Stoffsammlung, oder eine mehr oder weniger strukturierte Stoffsammlung. Die meisten wissenschaftlichen und philosophischen Werke sind von dieser Art. Der Bookcoach zeigt Techniken des Notierens, der Datensammlung, der Strukturierung und der didaktischen Aufbereitung.
  2. Die Herstellung eines Buches für die Selbstverwirklichung und Selbsterkenntnis ist oft mit tiefen psychischen Krisen und Selbstzweifeln, Phasen der Euphorie, Gefühlsschwankungen, langen Stockungen des Arbeitsflusses, Phasen der Selbstunterschätzung oder Selbstüberschätzung verbunden. Der Bookcoach arbeitet hier überwiegend energetisch. Er geht mit den Klienten gelegentlich auf die sog. Metaebene, um das „Worüber reden wir?“ und das „Wo bin ich im Stoff?“ zu klären. Seine Aufgabe besteht darin, größere Schäden für die Klienten abzuwenden und das Schreiben des Buches (idealerweise) zu einem selbsttherapierenden Effekt zu gestalten, bei dem die Schreiber des Buches nur gewinnen können und gestärkt aus diesem Prozess hervorgehen. Sein Job ist es den Prozess zu stützen, in entscheidenden Momenten den richtigen Tip zu geben oder die richtige Aufgabe und im Allgemeinen für eine gewisse Realismusnähe zu sorgen.
  3. Wenn das Buch selbst die Macht übernimmt, besteht die Aufgabe des Bookcoaches in der Sicherung des Textes, der Gestaltung von arbeitsförderlichen Rahmenbedingungen, der energetischen Unterstützung der Schreibenden und der Umsetzung des Textes in ein Buch, das veröffentlichungsreif ist. Er greift so wenig wie möglich ein, weil es keine Regeln gibt. Der Bookcoach ermuntert, sichert, fördert. Er sorgt für Energiezufuhr und dafür, dass das Buch den Schreibenden nicht „auffrisst“.

Ausserdem sind

  • der Schriftsatz
  • die Publikation
  • das Marketing

Arbeitsfelder eines Bookcoaches.